Aufsturz
Der Podcast über das Trinken, das Aufhören und alles was danach kommt.
Mit Holger Schwarz und Lasse Nolte.
Ein Leben ohne Alkohol, wie geht das überhaupt? Holger Schwarz und Lasse Nolte, beide inzwischen nüchtern, versuchen, diese schwierige, einfache Frage zu beantworten. Dabei muss man natürlich auch intensiv in die Zeit vor die Entscheidung gegen den Alkohol blicken. In das Leben mit Alkohol - in das Leben mit einer Abhängigkeit. Nüchtern werden, nüchtern bleiben, die Hintergründe und Wege in eine Abhängigkeit, die Wege hinaus, das neue Leben nach dem Alkohol: der ehemalige Weinhändler und der Drehbuchautor verstecken nichts und erzählen alles, mal alleine, mal mit Gästen. Ein Podcast für jeden, der ohne Alkohol leben möchte, der gerade den Sprung gewagt hat oder der noch zweifelt. Neue Folgen alle 14 Tage am Samstag. Gastwunsch, Mitmachen, Anregungen, Lob, Kritik bitte an support@aufsturz.org .
Musik von L’Orchestra Cinematique, basierend auf ”BoJack Horseman Theme” von Patrick und Ralph Carney. Intro gesprochen von Solveig Duda.
Neueste Folge
48 - G wie Genuss
Aufsturz in Zahlen
Statistiken über unseren Podcast
Episoden
48
im Feed verfügbar
Zeitraum
22.06.2024 bis 11.04.2026
Gesamtlänge
55,4 Std
2,3 Tage
Ø Länge
1:09:17
Kürzeste · Längste
48:28 · 1:38:40
Episoden pro Jahr
Hilfe & Anlaufstellen
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Deutsches Rotes Kreuz
Suchtberatung & Anlaufstellen in deiner Nähe.
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Die neuesten Episoden im Überblick.
Endlich mal wieder eine Zweierfolge! Wie gewohnt lose führen wir das "ABC der Abhängigkeit" fort, diesmal mit dem Thema "G wie Genuss". Dabei fragen wir uns, was "Genuss" überhaupt bedeutet, warum es unserer Meinung nach immer um eine Transformation und die Eröffnung anderer Ebenen geht - und wieso dabei das In-Beziehung-Gehen der wichtigste Part ist. Wir sprechen über Genuss als kulturelle Semantik und als soziales Zeichen und was das alles mit dem Geruch von frisch Erbrochenem auf Pfälzer Weinfesten zu tun hat. Nicht zuletzt erfahrt ihr noch etwas über ein Treffen zwischen Mika vom "SodaKlub" und Lasse und außerdem über Kobolde und Gespenster. Reinhören - es lohnt sich!
Diese Folge stellt in vielerlei Hinsicht eine Premiere dar: Es ist die erste Folge, bei der uns technische Probleme heimsuchen, die erste Folge mit einem trockenen Pärchen aus der Gastro und die erste Folge, bei der wir ein Statement am Anfang setzen (zum Fall Collien Fernandes). Insgesamt erwartet euch hier eine sehr berührende, ernste Folge mit zwei ganz tollen Menschen, die ungeschminkt und offen sprechen über die frühe Erkenntnis, dass der eigene Konsum nie richtig kontrolliert werden konnte, über Gefühlsmanagement und Tränen mit Alkohol, über tagelange Blackouts und Realitätsflucht. Außerdem geht es um den langen, langen Weg in eine Therapie und die Angst vor dem, was einen dort vielleicht erwartet. Unbedingt anhören! Hier kriegt ihr in Hamburg bis vier Uhr morgens ein "Baguette Nelly": www.klimperkiste.com
In dieser Folge haben wir im Sinne der Reziprozität die "SodaSisters" zu Gast, also Mia und Mika, die mit ihrem großartigen Suchtpodcast "SodaKlub" seit sechs Jahren Pionierarbeit leisten. Es geht um mögliche Rückfälle, um zusätzliche Süchte wie das Rauchen, aber auch um das wackelige Konstrukt der sogenannten "Suchtpersönlichkeit". Wir sprechen über Boyfriends, über schillernde Persönlichkeiten und die fast spirituelle Erfahrung eines "Flow". Ob es bald einen Beef zwischen uns Podcast-Hosts gibt, erfahrt ihr in dieser extralangen Folge! Wer unsere erste gemeinsame Folge vorhören möchte (SodaKlub Folge 246), kann das hier tun: https://open.spotify.com/episode/5f62Nrfi8ycl1l78oRLwX2?si=0OUm9Vv-Ry2C8muE0pDgSQ Mia engagiert sich außerdem beim Recovery Walk, dieses Jahr in Düsseldorf: https://www.recoverydeutschland.org/recovery-walk
In dieser Folge treffen wir mit Martina jemanden, der mit voller Härte die körperliche Abhängigkeit von Alkohol erlebt hat: Schwerste Übelkeit, Zittern, Schüttelfrost, Hitzeschübe, Rastlosigkeit und die Unfähigkeit, alltägliche Dinge zu erledigen, bevor nicht Alkohol ins System kam. Trotzdem hat Martina fünf Kinder als Hausfrau großgezogen und immer weiter funktioniert, auch wenn sie mal mit 2 Promille Auto fuhr oder mit fast 4 Promille bewusstlos in der Öffentlichkeit zusammenbrach. Wie sie den Weg in die Abstinenz geschafft hat - und wie es ihr damit geht, dass ihr Ehemann inzwischen sein erstes Bier direkt nach dem Frühstück aufmacht -, hört ihr in dieser spektakulären Ausnahmefolge!
In dieser extralangen Folge treffen wir erneut auf Friederike, die 2024 als "Sommelière des Jahres" ausgezeichnet wurde und kurz danach aufhörte, Alkohol zu trinken - erstmal für ein Jahr. Diese fest geplante Abstinenzphase ist inzwischen vorbei, und jetzt hat Friederike wieder Alkohol getrunken - allerdings anders, als man vielleicht denkt. Wie es ihr dabei ging, welche Rolle ihre Arbeit als Verkäuferin eines No&Low-Geschäfts und ganz neu auch wieder als Sommelière in einem Fine Dining-Restaurant dabei spielt, was das alles mit radikaler Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und dem Verhältnis von Genuss und Rausch zu tun hat, erfahrt ihr in dieser absolut hörenswerten Folge. Zum Nachhören hier nochmal der Link zur ersten Folge mit Friederike (Folge 20): https://open.spotify.com/episode/6ak6BXIJvJzoPkNIMutQd5?si=uL_Y60CPS_-ZpIAiG23iFA Außerdem noch einmal der Link zu der Folge über Kontrolliertes Trinken (Folge 10): https://open.spotify.com/episode/0rqiVFsUk4pbcAxx3JYv7Q?si=zf7CU_TARGacBgOnkwSmTA Und der Link zu Friederikes eigenem Podcast "Drinking Habits": https://open.spotify.com/show/21Q0EETwnhQdn9m5ZJL3ji
In dieser Folge sprechen wir mit Mark, der seit langen Jahren als Regisseur und Drehbuchautor in der Fernsehbranche arbeitet und sich seinen problematischen Konsum erst eingestehen konnte, als ihm morgens beim Schreiben die Hände anfingen zu zittern, weil er dringend Alkohol brauchte. Er spricht über Kunst und Rausch, über Rotwein mit Götz George und seinen einwöchigen Rückfall in Spanien, der so gar nichts mit der verklärten Vorstellung, doch wieder normal trinken zu können, zu tun hatte. Mark ist Autor und Regisseur des Films "Im Rausch", dessen Protagonistin eine alkoholabhängige Journalistin ist. Den Film gibt es aktuell in der ZDF Mediathek zu sehen: https://www.zdf.de/filme/im-rausch-movie-100
In dieser bemerkenswerten Folge sprechen wir mit Ina. Sie ist Mutter von drei Kindern, aufgewachsen in einer fast schon großbürgerlichen Familie in Frankfurt mit einer manisch-depressiven Mutter und einem abwesenden Vater. Probeschlucke aus Likörflaschen für Gäste nahm sie schon als Kind, mit 14 folgte der erste Absturz, später kam eine Essstörung hinzu. Während ihrer drei Schwangerschaften blieb sie eisern nüchtern, nur um direkt nach dem Abstillen wieder abzustürzen. "Der gefräßige Tiger in mir" gab keine Ruhe, sagt sie, und: "Ich konnte nur krank werden." Wie sie nach Jahren der Abhängigkeit nüchtern geworden ist, was das alles mit einem Zuviel an Gefühl zu tun hat und wie schön ein handgekurbelter Song am Ende eines intensiven Gesprächs sein kann, hört ihr in dieser Folge.
In der ersten Folge im Neuen Jahr sprechen wir mit Sveni, die gerade mal 26 Jahre alt ist und damit zur vielgescholteten Gen Z gehört. Sveni, die ursprünglich aus dem dörflichen Mecklenburg-Vorpommern stammt und inzwischen in Berlin lebt, hat während ihres Studiums eine sehr ungesunde Beziehung zum Alkohol entwickelt, um ihre Social Anxiety zu moderieren. Neben Abstürzen beim Feiern war irgendwann Wodka-Cranberry ihre Begleitung über den Tag hinweg, um in der Uni funktionieren zu können. Nach Horror-Erlebnissen mit Mischkonsum und Krankenhausbesuchen hat sie den Absprung geschafft und leitet heute den Sober Brunch Club, inzwischen "Germany's No. 1 Sober Community". Mehr Infos findet ihr unter https://www.soberbrunchclub.com und auf Instagram unter @soberbrunchclub .
In dieser Folge greifen Holger und Lasse endlich mal wieder das lange vernachlässigte "ABC der Abhängigkeit" auf, und zwar für den Buchstaben "F" wie "Feiern". Es geht um die anstehenden Festtage, darum, was und wieviel man an Weihnachtssüßigkeiten essen darf und sollte, über vergangene Abstürze und nüchterne Herausforderungen beim Feiern - an Weihnachten, an Silvester und eigentlich an allen Festen, die einem so bevorstehen. Nach längerer Zeit mal wieder eine ziemlich persönliche Zweierfolge.
In dieser Folge beweist Lars sehr viel Mut, indem er sich uns und damit euch, also der Öffentlichkeit, stellt. Früher als Aufnahmetherapeut in einer Suchtklinik in Rostock tätig, später in Leipzig in der Suchtprävention in Schulen und Betrieben und dann in der Suchtberatung im Jugendstrafvollzug, merkt er während einer Depressionstherapie, dass ausgerechnet er ein Problem mit Alkohol entwickelt hat. Heute ist er seit 14 Monaten trocken und kann formulieren, wieso er trinken musste, um dem "Kopf ruhig zu kriegen" und Gefühle wegzudrücken - und was er in der Nüchternheit gewonnen oder ganz neu entdeckt hat. Informationen über das in der Folge erwähnte Pink Cloud Kollektiv findet ihr unter pinkcloudkollektiv.org .
In dieser Folge sprechen wir mit Florian, den Holger vom Recovery Walk in Leipzig kennt. Aufgewachsen in gutbürgerlichem Umfeld mit einer Mutter, die ihre bipolare Störung durch Pegeltrinken selbst "behandelte", und einem emotional und familiär abwesenden Vater, hat Florian früh gelernt, Emotionen mit Drogen zu regulieren - mit Alkohol, Cannabis und später auch Speed. Heute sagt er: "Ich habe Dinge gesucht, wo ich mich wegmachen konnte". 2009 kam der erste Klinikaufenthalt, inzwischen ist Florian seit vielen Jahren nüchtern - und erzählt hinreißend. Selten haben Holger und Lasse in einer Folge so viel synchron genickt und bejaht. Mehr Infos über den Recovery Walk findet ihr hier: https://www.recoverydeutschland.org/recovery-walk
Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um physischen, psychischen und sexuellen Missbrauch. Mit Lea, 21, kommt ein echtes Brett von einer Geschichte auf den Tisch. Furchtlos und unglaublich reflektiert erzählt die Patientin von "unserer" Suchttherapeutin Dorothy, wie sie von einer Kindheit voller Gewalt und Missbrauch in eine "Drogen-WG" rutschte, wie sie früh Alkohol und Gras, später Kokain, Ketamin, Meth, Heroin und sogar "Research Chemicals" konsumierte und erlebte, wie Freunde starben. Sie spricht schmerzhaft offen darüber, wo die Ursachen ihrer Sucht lagen, wie ihr Weg aus der Sucht aussah und warum sie heute trotz allem sagt "Ohne die Drogen würde ich heute nicht mehr hier sitzen". Eine absolute Ausnahmefolge.